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Entscheidungsschwacher Minister blockiert Fachhochschule

14. November 2008 0 Kommentare

Die Landesregierung muss endlich Entscheidungen zur Zukunft der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (FH OOW) treffen. Der Lehrbetrieb ist bereits akut beeinträchtigt - doch den zuständigen Minister scheint das nicht zu stören.

Im Wissenschaftsministerium hat man offenbar keinen Plan, wie es mit der Hochschullandschaft im Nordwesten Niedersachsens weitergehen soll. Von einer Wieder-Auflösung der FH bis zu einer Fusion der FH mit der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg scheint alles möglich.

Bereits im Sommer 2008 hatte der Wissenschaftsminister eine Strukturkommission eingesetzt, damit er nicht selber denken musste. Dieses Gremium, auch als „Zukunftskommission“ bezeichnet, sollte Empfehlungen für die künftige Entwicklung der Fachhochschule erarbeiten.

Diese Entscheidungsschwäche hat gravierende Auswirkungen auf die Lehre an der Fachhochschule: Inzwischen sind 30 Professuren frei und müssten neu besetzt werden, doch das Ministerium blockiert die Ausschreibung dieser Stellen, um keine Strukturentscheidungen vorweg zu nehmen.

Die Ergebnisse der „Zukunftskommission“ hätten bis zum Herbst vorliegen sollen. Doch inzwischen geht das Ministerium offenbar davon aus, dass daraus vor Januar 2009 nichts wird. Die unhaltbaren Zustände dauern also an, an eine Profilentwicklung der einzelnen Fachbereiche und Standorte ist dadurch gar nicht zu denken.

Die SPD-Abgeordneten Jürgen Krogmann und Wolfgang Wulf aus Oldenburg, Hans-Dieter Haase aus Emden, Olaf Lies aus Friesland, Johanne Modder aus Leer sowie die hochschulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Dr. Gabriele Andretta haben dies zum Anlass für eine Anfrage im Landtag genommen. Andretta: „Es ist unverantwortlich von Wissenschaftsminister Stratmann, die Fachhochschule weiter in der Luft hängen zu lassen.“

Die Antwort des Ministers ist ernüchternd: Anscheinend hat die „Zukunftskommission“ mit ihrer Arbeit noch nicht einmal richtig angefangen. Gespräche mit Betroffenen vor Ort seien „vereinbart“ (also noch nicht geführt) - wobei die Kommission es anscheinend nicht für nötig hält, mit den Studierenden-Vertretungen (ASten)zu reden.

Die Zustände in der Lehre sind dem Ministerium bekannt. Doch man sieht dort kein Problem darin, dass ohne Lehraufträge, pensionierte Professorinnen und Professoren und das Hinausschieben von anstehenden Pensionierungen nichts mehr geht.

Die Landesregierung beharrt darauf: Erst müsse die „Zukunftskommission“ ihren Bericht vorlegen, dann soll das Ministerium diese Empfehlungen „auswerten“ - und dann irgendwann soll es zu einer endgültigen Entscheidung über die zukünftige Entwicklung kommen.

Offenbar will der Minister Zeit gewinnen, um eine von ihm ungeliebte Fachhochschul-Präsidentin loszuwerden. Dafür nimmt er die gesamte Hochschule in Geiselhaft.

Für die SPD-Abgeordneten ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel: „Fachhochschulen sind Entwicklungsmotoren für ihre Regionen. Schwächung eines Hochschulstandortes heißt immer auch Schwächung der jeweiligen Region. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Verfügbare Downloads Format Größe
Anfrage und Antwort des Ministeriums (Auszug aus dem Plenarprotokoll vom 14.11.2008) PDF 49 KB


 

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